26. Juli 2022 StefanieEmmy

Was Ausmisten & Aufräumen mit Yoga zu tun haben

Die ersten zwei Nyamas

Was Ausmisten & Aufräumen mit Yoga zu tun haben.
Hä?, denkst du jetzt vielleicht, was schreibt sie denn jetzt für einen Topfen?
Versteh ich, aber gib mir eine Chance. 😉

Auf den ersten Blick scheinen diese zwei Dinge nichts miteinander am Hut zu haben. Doch beides – sowohl Yoga als auch das Ordnung schaffen zu Hause – lösen bei mir Glücksgefühle aus. Ja, richtig gelesen! 😅 Ausmisten, Wegwerfen, Aufräumen macht mich glücklich & selig und ich glaube, damit bin ich nicht allein.
Bevor es euch komplett die Nackenhaare aufstellt, fangen wir doch lieber mal beim Yoga an.
Jeder, der sich seiner Yogapraxis schon mal für längere Zeit zugewandt hat, wird feststellen: danach fühle ich mich gut! Das liegt zum Teil daran, dass sich beim Yoga ein Zustand von innerer Ordnung und Reinheit einstellt, wir werden klarer und fokussierter – fühlen uns nach der Praxis in unserer Mitte angekommen und tief zufrieden aus uns heraus.
Wir finden also im „Yoga auf der Matte“ die ersten zwei Nyamas (das sind grob gesagt „Regeln für den Umgang mit mir selbst) – es gibt insgesamt 5 davon, aber ich möchte hier mal auf die ersten zwei eingehen:
1. Saucha – innere und äußere Reinigung
2. Santhosha – Zufriedenheit
Das erste führt unweigerlich zum zweiten. Und da sind wir auch schon dem Ausmisten & Aufräumen auf der Spur. Kennst du das, wenn du anfängst Ordnung zu schaffen und du wirst dabei immer klarer und fokussierter, kommst sogar in einen Flow-Zustand wie beim Yoga? Es ist befreiend, es wird Raum geschaffen und frei, der vorher vollgeräumt war. Ah, dieses Gefühl! Wie nach einer ausgedehnten Yogapraxis.
Ich habe die letzten Wochen festgestellt, das mich das Chaos, das sich in meinem Hab&Gut eingeschlichen hatte, ziemlich viel Energie gekostet hat. Ein Beispiel: Ich wusste nicht mehr, welche Kleidung ich überhaupt besitze, weil ich seit drei Jahren hauptsächlich Umstands- und stillfreundliche Kleidung getragen habe. Ich wollte mir im Urlaub vor ein paar Wochen eine bestimmte Bluse kaufen. Zum Glück hab ich sie in keinem Geschäft bekommen, denn genau diese Bluse hängt seit einem Jahr in meinem Schrank – ungetragen!
Ich habe also radikal meine Kleidung aussortiert. Und das spannende, was ich dabei beobachte: je mehr ich „loslasse“, desto freier fühle ich mich. Es wird tatsächlich Energie frei, mit jedem Teil, das ich entsorge. Manches passt längst nicht mehr zu mir, manches steht mir nicht, manches wollte ich umnähen (tue ich bei den wenigsten Sachen!). Das was ich wirklich gerne trage und um mich habe, das was mich tatsächlich glücklich macht wenn ich es aus dem Schrank hole, war am Ende ca 1/4 meiner Kleidung. Ein Viertel!
Ganz ähnlich mit all meinen Büchern, DVDs, CDs. (Dem sonstigen Kleinkram muss ich mich erst stellen.)
Ich habe mich jahrelang so sehr an Dinge geklammert, konnte sie nicht hergeben aus den unterschiedlichsten Gründen – „vielleicht zieh ich das ja doch irgendwann noch an!“, „aber das hat mir doch jemand geschenkt“, „das könnte ich aber schon noch irgendwann brauchen“ usw.
Was es mir im Endeffekt gebracht hat: Chaos! Ständige Unordnung, ein Gefühl von Überforderung und Erschlagen werden. Ein „aus der Haut fahren wollen“.
Ich kann noch nicht genau sagen, wo mich das hinführen wird, jedoch hab ich das Gefühl, ich bin da was auf der Spur und es fühlt sich richtig gut an. Es ist ein Prozess, so wie das Leben ein Prozess ist, so wie Yoga ein Prozess ist. Und etwas in mir, wollte diese Gedanken mit euch teilen. Wenn jemand damit in Resonanz geht, freu ich mich sehr.
Könnt ihr nachvollziehen was ich meine? 😅